Latein
Fach
Latein am Gymnasium Eschenbach
Latein wird am Gymnasium Eschenbach ausschließlich als zweite Pflichtfremdsprache ab der 6. Jahrgangsstufe angeboten.
Das oftmals als „tote Sprache“ bezeichnete Latein fördert durch intensive Beschäftigung mit Sprache und Literatur die Einsicht, dass die Antike ein wichtiges Fundament der europäischen Kultur ist und in vielen Bereichen bis in die Gegenwart fortwirkt. Die lateinischen Texte befassen sich mit vielen Fragen und Themen, die von zeitloser Gültigkeit sind und die eigene Erfahrungswelt der Jugendlichen betreffen. Die Schüler beschäftigen sich u.a. mit historischen, politischen, philosophischen und mythologischen Stoffen sowie deren Rezeption in der europäischen Tradition. Als Basissprache Europas hilft das Lateinische zu verstehen, wie Sprache an sich funktioniert, vermittelt durch kontrastive Sprachreflexion einen vertieften Einblick in unsere Muttersprache Deutsch, erleichtert das Erlernen der romanischen Sprachen und ist spätestens in der Oberstufe auch für den Englischunterricht von besonderem Nutzen – schließlich sind etwa zwei Drittel des englischen Wortschatzes lateinischen Ursprungs, wie eine Auszählung der ersten tausend Seiten des Oxford English Dictionary ergeben hat (spezielle lateinische Konstruktionen wie Gerund, AcI oder ablativus absolutus leben ebenfalls in der Grammatik der englischen Sprache fort).
Latein – wie keine andere gymnasiale Fremdsprache - erfordert infolge seiner stringenten und logischen Systematik von Seiten des Schülers vom Anfang bis zum Schluss ständige Lernbereitschaft und Ausdauer, ein extrem hohes Maß an Genauigkeit und Kombinationsgabe, regelmäßiges Wiederholen eingeschlossen; hat man einmal den Anschluss verloren, sind erfahrungsgemäß größere Lücken später kaum mehr zu schließen.
In der sog. Spracherwerbsphase (den ersten drei Lernjahren von der 6. bis 8. Jahrgangsstufe) erwerben die Schüler die Grundkenntnisse in Wortschatz und Grammatik, die als Voraussetzung nötig sind, um den an sie gestellten Anforderungen im Lektüreunterricht in der Mittelstufe (Jahrgangsstufen 9 und 10) gewachsen zu sein, wo sie nach „harter Knochenarbeit“ der vorangehenden drei Jahre Lehrbuchunterricht interessante und abwechslungsreiche Themen erwarten:
9. Jahrgangsstufe:
- „Macht und Politik“ (überwiegend Texte von und über Caesar wie Commentarii de bello Gallico),
- „Liebe, Laster, Leidenschaft“ (Gedichte von Catull, Ovid, Martial u.a.),
- „Rom und Europa“ (römisches Erbe in Deutschland/ Bayern, humanistische Texte, Inschriften) [in Zukunft wohl fakultativ]
10. Jahrgangsstufe:
- „Rede und Brief“ (Cicero und Plinius),
- „Mythos“ (Ovids Metamorphosen),
- „Denken – ein Schlüssel zur Welt“ (philosophische Texte von Cicero und Seneca u.a.)
11. Jahrgangsstufe:
- „Politik in Krisenzeiten“ (z.B.: Sallust Catilina und Cicero Orationes Philippicae)
- „Mythos – Verwandlung und Spiel“ (Ovid Metamorphosen)
- „Denken – ein Schlüssel zur Welt“ (Texte zur Philosophie)
Damit werden sich (verständlicherweise) die meisten Lateinschüler begnügen, wenn sie nach sechs aufsteigenden Jahren Lateinunterrichts hoffentlich mit einer Jahresfortgangsnote von mindestens „ausreichend“ abschließen und somit das Latinum erworben haben.
Ist ein/e (begeisterte/r) Lateinschüler/in dann immer noch nicht „gesättigt“, kann er/sie natürlich – was der Fachschaft Latein zu großer Freude gereichen wird - die Lateinausbildung in der Qualifikationsphase 12/13 fortsetzen bzw. optimieren (1 Jahr oder 2 Jahre mit schriftlichem oder mündlichem Abitur).
